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Forschung Mai 2026

Zwischenstand - Forschungsprojekt PARMa - Neue Ansätze für mehr Resilienz in produzierenden Unternehmen

Zwischenstand - Forschungsprojekt PARMa - Neue Ansätze für mehr Resilienz in produzierenden Unternehmen

Wie können produzierende Unternehmen ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen besser einschätzen und gezielt stärken? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Forschungsprojekt PARMa. Ziel des Projekts ist es, Unternehmen dabei zu unterstützen, Risiken frühzeitig zu erkennen, ihre Resilienz systematisch zu bewerten und im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

An PARMa beteiligt sind das IFA – Institut für Fabrikanlagen und Logistik, das OFFIS – Institut für Informatik, die YOUSE GmbH sowie die deepIng business solutions GmbH. Gemeinsam entwickeln die Projektpartner einen ganzheitlichen Management-Prozess, der produzierende Unternehmen bei der Analyse, Bewertung und Weiterentwicklung ihrer Krisenfestigkeit unterstützt.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist der sogenannte Resilienz-Check-Up. Dabei handelt es sich um ein Reifegradmodell, mit dem Unternehmen ihren aktuellen Stand in Bezug auf Resilienz erfassen können. In der bisherigen Projektlaufzeit wurde dieser Ansatz gemeinsam mit Anwenderunternehmen praktisch erprobt. So konnten vorhandene Strukturen bewertet und zugleich potenzielle Störfaktoren identifiziert werden, die bislang häufig weniger im Fokus standen. Der direkte Praxistransfer spielt dabei eine zentrale Rolle: Die entwickelten Methoden werden nicht nur theoretisch betrachtet, sondern in realen Unternehmenskontexten getestet und weiterentwickelt.

System Map zeigt Abhängigkeiten und Schwachstellen auf

In modernen Produktionsumgebungen treten Störungen selten isoliert auf. Materialengpässe, technische Ausfälle oder unzureichende Kommunikation können schnell Auswirkungen auf ganze Prozessketten haben. Um solche Zusammenhänge besser sichtbar zu machen, wurden im Rahmen von PARMa reale Krisenerfahrungen aus Experteninterviews analysiert und in eine System Map übertragen.

Diese System Map bildet Abhängigkeiten zwischen Ressourcen, Prozessen, Informationsflüssen und Risiken ab. Dadurch entsteht eine strukturierte Grundlage, um kritische Wechselwirkungen zu diskutieren, Schwachstellen zu erkennen und geeignete Ansatzpunkte für Verbesserungen abzuleiten.

Krisenszenarien proaktiv durchspielen

Die bisherigen Gespräche mit Unternehmen zeigen: Es besteht ein hoher Bedarf, mögliche Krisensituationen nicht nur im Nachhinein zu analysieren, sondern frühzeitig und praxisnah zu simulieren. Aus diesem Grund wurde die System-Map-Methodik mit einem spielerischen Simulationsansatz kombiniert.

In simulierten Krisenszenarien lassen sich Wirkzusammenhänge greifbarer machen. Unternehmen können gemeinsam diskutieren, welche Maßnahmen in bestimmten Situationen sinnvoll sind, wo zentrale Hebelpunkte liegen und welche Handlungsoptionen priorisiert werden sollten.

„Knoten & Kräfte" macht Resilienz erlebbar

Aus diesem Ansatz ist das Tool „Knoten & Kräfte" entstanden. Es macht die Auswirkungen unterschiedlicher Krisenszenarien unmittelbar erfahrbar und unterstützt Unternehmen dabei, Resilienzkompetenzen gezielt bei Mitarbeitenden aufzubauen.

Im weiteren Projektverlauf wird „Knoten & Kräfte" gemeinsam mit den Anwenderunternehmen weiterentwickelt. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, welche Diskussionsräume entstehen, wenn relevante Stakeholder mit unternehmensspezifischen Krisenszenarien konfrontiert werden.

Das Forschungsprojekt PARMa wird vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert und durch den Projektträger Karlsruhe am Karlsruher Institut für Technologie betreut.